Grüne Energie

 
15.05.2008

Klimaschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen die Verbraucher


Deutsche Verbraucher wünschen sich die Energieversorger als Partner bei der Bewältigung zukünftiger Umwelt- und Energieversorgungsprobleme. Einer gemeinsamen Studie der Mannheimer Unternehmensberatung Prof. Homburg & Partner und der Stadtwerke Augsburg zufolge erwarten die Deutschen von den Versorgungsunternehmen mehr Nachhaltigkeit und Innovation im Handeln und nicht nur "exemplarisch innovative Leuchtturmprojekte". Das derzeit schlechte Renomee der Energieunternehmen kann nach Ansicht der Studienleiter Dr. Thomas Lüers, Dr. Brigitte Holzhauer und Dr. Gerti Papesch nur dann überwunden werden, wenn zukünftig „ein ehrlicher, proaktiver und offener Dialog mit dem Kunden“ geführt würde.

Wie die Autoren der Studie Dr. Lüers und Dr. Holzhauer mitteilten, befänden sich die Energieversorger gegenwärtig in „einer Klemme“. Befragt nach ihren Vorstellungen über die Energiesituation in den nächsten 10 oder 20 Jahren und deren Einfluss auf den Lebensalltag, sehen Verbraucher einerseits eine düstere Zukunft, was die Situation der Energieversorgung angeht und haben klare Vorstellungen über mögliche Lösungen und Perspektiven, die einen Wandel in der Energieerzeugung und den Umgang mit Energie erfordern. Nach zusätzlicher Auswertung zahlreicher Expertenszenarien von Eurobarometer, Greenpeace oder Accenture, wie Dr. Papesch von den Stadtwerken Augsburg betonte, habe man andererseits festgestellt, daß den Energieversorgungsunternehmen gegenwärtig ein solcher Wandel nicht zugetraut werde.

In kreativen Workshops, einem Instrument der qualitativen Marktforschung, verdeutlichten sich die in Großstudien ersichtlich gewordenen Vorstellungen darüber, daß die Versorger als „zu weit weg vom Kunden, zu profitorientiert“ oder zu langsam empfunden würden. Gerade vor dem Hintergrund, daß die Privatkunden die künftige Energiesituation düster umrissen: Beschrieben wurden steigende Energiekosten bis hin zur Energie als einem Luxusgut, eine Vernachlässigung des Gemeinwohls und Veränderungen zu Gunsten der Profite großer Energiekonzerne, die Verbraucher sahen weltweite Wettläufe um knappe Ressourcen und erhebliche Zweifel an der langfristigen Versorgungssicherheit.

Bestenfalls, so Dr. Papesch weiter, werde ein "business as usual" antizipiert, aber eigentlich eher „ein Verschleppen oder Verschlafen von Neuentwicklungen bei der Energieerzeugung und –versorgung“. Den Studienleitern zufolge könne man nach Durchsicht der Ergebnisse der Studie und Analyse der Szenarien renommierter Umweltinstitute überspitzt formulieren, daß die Energieversorger als Teil des Problems und nicht als Teil der Lösung einer zukunftssicheren Versorgung betrachtet würden. Die Antwort darauf, wie sich der Privatkunde den Energieversorger der Zukunft vorstelle, sei allerdings klar: Man erwarte diesen als Partner, der "sich auf die Potenziale regenerativer Energien" einlasse und "Alternativen zu fossilen Energieträgern" entwickle, in die "Forschung und Entwicklung in zukunftsorientierte und innovative Technologien" investiere und nach "neuen Energiequellen" suche. Auch erhoffe sich der Konsument eine Unterstützung von dezentraler Energieversorgung, eine Förderung von Energieeffizienz und dem Energiesparen.

Daß die Umsetzung solcher Forderungen natürlich langsam geschehe, sei den meisten Kunden der Befragung bewußt. Daher gelte es, in ersten Schritten den Umgang der Energieversorger mit ihren Kunden "auf eine neue Basis zu stellen". Hierzu gehörten dem Ergebnis der Untersuchung nach, Wünsche der Privatkunden an die Versorger auch anzunehmen und zu behandeln. Zu derlei Anliegen zählten beispielsweise, die "Informationen über die Energieerzeugung und ihre Auswirkungen auf die Umwelt transparenter, umfassender, glaubwürdiger und ehrlicher" aufzubereiten. Dies, "um das verlorene Vertrauen bei den Verbrauchern wiederherzustellen".

Dr. Lüers, Dr. Holzhauer und Dr. Papesch appellierten in einem Gesamtüberblick über die in dem Fachjournal „et- energiewirtschaftliche Tagesfragen“ im Mai 2008 ausführlich dargestellte und sehr detaillerte Studie, die als zusätzliche Elemente noch von den Verbrauchern erwartete "mögliche sechs Entwicklungstrends für die Energie der Zukunft" umfaßt, daß "Energieversorger jetzt gefordert" seien, das eigene "Handeln eindeutig und unmißverständlich nach umweltverträglichen und nachhaltigen Gesichtspunkten auszurichten, um nicht weiterhin als Problem im Kampf gegen den Klimawandel zu gelten".

Mehr zum Thema erfahren Sie hier. Dort können Sie auch Teile der Studie herunterladen. Gerne können Sie auch mit Herrn Dr. Thomas Lüers Kontakt aufnehmen.



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