Green Energy

 
15.05.2008

Klimaschutz und Nachhaltigkeit beschäftigen die Verbraucher


Nachhaltigkeit als Nischenanliegen besonders engagierter Verbraucher und kleiner, radikaler Minderheiten? Das war einmal. Heute sind die Themen Klimaschutz, Energieeffizienz und nachhaltige Energieversorgung im Mainstream der Gesellschaft angekommen. Nach einer Umfrage des Eurobarometers von 2007 sind 87% der Europäer über den Klimawandel besorgt. Mit 57% ist der Klimawandel nach Untersuchungen von TNS das besorgniserregenste Umweltthema. Entsprechend einer Studie der Managementberatung Accenture vom November 2007 glaubt eine große Mehrheit, dass der Klimawandel sich negativ auf die eigenen Lebensumstände auswirken wird.

Eine Untersuchung der Stadtwerke Augsburg in Zusammenarbeit mit Prof. Homburg & Partner kommt zu ganz ähnlichen Erkenntnissen. In Kreativworkshops wurden Vorstellungen und Erwartungen von Verbrauchern zur Energie der Zukunft diskutiert und Szenarien der künftigen Entwicklung entworfen.

Sensible Verbraucher mit differenzierten Bildern über die Zukunft

Wie die Autoren der Studie, Thomas Lüers, Dr. Brigitte Holzhauer (beide Prof. Homburg & Partner) und Dr. Gerti Papesch (Stadtwerke Augsburg), mitteilten, habe man festgestellt, daß Privatkunden durch die enorme Medienrezeption diverser Klima- und Umweltstudien von Verbänden, Beratungen oder Umweltorganisationen für Umweltproblematiken sensibilisiert worden seien: Gefahren wie die Veränderung des Klimas durch die derzeitige Art der Energiegewinnung und -nutzung würden wahrgenommen. Auch würde Energie "nicht mehr als reine Selbstverständlichkeit angesehen". Bemerkenswert, so die drei Autoren, sei dabei die differenzierten und durchaus konkreten Bilder der Verbraucher über die Zukunft der Energie. Zum einen habe man konflikthafte Szenarien festellen könne: Steigende Energiekosten bis hin zur Energie als Luxusgut, eine Vernachlässigung des Gemeinwohls und der notwendigen Investitionen in eine langfristig sichere Versorgung zu Gunsten höherer Profite, ein weltweiter Wettlauf um knappe Ressourcen und Zweifel an der langfristigen Versorgungssicherheit. Auf der anderen Seite hätten die Verbraucher aber auch erstaunlich klare Vorstellungen über mögliche Lösungen und Perspektiven, die Sie vor allem in der Entwicklung und dem Einsatz von innovativen umweltschonenden Technologien zur Energiegewinnung sehen. Auch erhoffe sich der Konsument eine Unterstützung von dezentraler Energieversorgung, eine Förderung von Energieeffizienz und dem Energiesparen.

Energieversorger im Dilemma

Nun liegt es in Anbetracht dieser Herausforderungen nahe, dass Energieversorger die Chance ergreifen und sich als zukunftsorientierte Dienstleister positionieren, die sich um die Sorgen der Verbraucher kümmern. Doch so einfach ist das nicht, denn es fehlt offenbar an Glaubwürdigkeit aus Verbrauchersicht: „Energieversorger finden sich in einem Dilemma: Während die Verbraucher einerseits einen Wandel fordern, trauen sie genau diesen den Energieversorgern nicht zu. Sie empfinden die Versorger oftmals als zu weit weg von den Kunden, zu profitorientiert, zu langsam, und zu sehr im Status quo“, so Dr. Thomas Lüers, Co-Autor der Studie.

Langfristige Konzepte sind gefragt

Energieversorger seien daher aufgefordert, ihren Umgang mit Kunden "auf eine neue Basis zu stellen". Hierzu gehöre, mit glaubhaften Konzepten in einen ehrlichen, proaktiven und offenen Dialog mit den Verbrauchern zu treten. Die Kunden wollen zunehmen „als kritische, informierte und auch anspruchsvolle Partner ernst genommen werden“, so Dr. Holzhauer. Dazu gehöre aber auch die Kommunikation über Möglichkeiten und Grenzen von Klimaschutzmaßnahmen. Denn erneuerbare Energien werden auf absehbare Zeit nur ein Teil der Energie der Zukunft sichern können, darin sind sich die Autoren einigen.
Allerdings seien in Anbetracht der Imagevorbehalte vieler Verbraucher kurzfristige Imagevorteile nicht zu erwarten. Vielmehr geht es darum, mit langfristigen Konzepten zu überzeugen.(tl)


Mehr zum Thema erfahren Sie hier. Dort können Sie auch Teile der Studie herunterladen. Gerne können Sie auch mit Herrn Dr. Thomas Lüers Kontakt aufnehmen.



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