Langsame Erholung im deutschen Maschinenbau
Zum dritten Mal hat das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Homburg & Partner ca. 100 Geschäftsführer sowie Marketing- und Vertriebsleiter des deutschen Maschinenbaus zu den wichtigsten Themen in den Bereichen Marketing und Vertrieb befragt.
Im Vergleich zu den Ergebnissen des zweiten Maschinenbau-Monitors, der im März 2009 durchgeführt wurde, zeigt sich bezüglich der Zufriedenheit mit der aktuellen Geschäftslage keine signifikante Verbesserung, so Rolf Kunold, Leiter des Kompetenzzentrums Industrial Goods/Machinery. In dem nach Schulnoten berechneten Zufriedenheitsindex lag der Durchschnitt in der aktuellen Umfrage mit 4,2 nur unwesentlich über dem Wert vom Jahresanfang mit 4,3. Etwas positiver jedoch sehen die Geschäftserwartungen für das Jahr 2010 aus. Nach den massiven Umsatzeinbrüchen von durchschnittlich ca. 20% in 2009 rechnet der deutsche Maschinenbau für 2010 mit einer leicht positiven Umsatzentwicklung von +0,25%. Lag der durchschnittliche Geschäftserwartungsindex Anfang des Jahres 2009 noch bei 4,2 verbesserte sich dieser auf 3,6 am Ende des Jahres. Dabei gehen 60% der Unternehmen davon aus, dass eine spürbare Erholung der wirtschaftlichenLage im Maschinenbau spätestens im dritten Quartal 2010 einsetzen wird. Nur 25% der Befragten erwarten, dass sich die Geschäftslage bereits in den ersten beiden Quartalen 2010 verbessert.
Trotz des weiterhin schwierigen Marktumfeldes investieren die deutschen Maschinenbauer in Marketing- und Vertriebsmaßnahmen, um ihre strategische Ausrichtung und Marktpositionierung für den erhofften Aufschwung zu verbessern, so Tarik Harter, Studienleiter des Maschinenbau-Monitors bei Homburg & Partner.
Im Vertrieb geben mit 98% fast alle befragten Unternehmen an, die Maßnahmen im Bereich der Neukundenakquise verstärken zu wollen. Eine mit 93% ähnlich hohe Anzahl der Unternehme möchte in die Erschließung neuer Märkte investieren. Genauso viele erhöhen ihre Besuchshäufigkeit beim Kunden, da es gerade in der Krise von zentraler Bedeutung ist, den Kontakt mit dem Kunden zu halten und ihm bei den krisenbedingten Herausforderungen Unterstützung geben zu können. Dabei sehen fast vier von fünf deutschen Maschinenbauern in der Fokussierung auf Key Accounts einen wichtigen Beitrag der Krise zu begegnen. Zudem planen 80% der Unternehmen einen Ausbau der Weiterbildungsmaßnahmen ihrer Vertriebsmitarbeiter und 60% geben an, ihre Belegschaft im Vertrieb erhöhen zu wollen.
Im Marketing-Bereich geben die befragten Unternehmen an, zielgerichtete Maßnahmen zur Steigerung der Kundenzufriedenheit vornehmen zu wollen. 70% der Unternehmen wollen im Jahr 2010 die Kundenzufriedenheit verstärkt messen. Ziel ist es, die Kundenbedürfnisse, Potenziale und zukünftigen Trends der Branche zur Verbesserung der eigenen strategischen Positionierung zu erkennen und daraus zielgerichtete Maßnahmen zur Steigerung der Kundenbindung abzuleiten. Die Kundenzufriedenheit soll zudem durch den Ausbau von Serviceleistungen und Produktinnovationen gestärkt werden. So wollen 80% der Befragten die Serviceleistungen und immerhin 70% ihre Investitionen im Bereich der Produktmarktforschung sowie in Produkt- und Serviceinnovationen erhöhen.
Der massive Konkurrenzdruck im deutschen Maschinenbau zeigt sich ebenso in einem verstärkten Preiskampf. Ca. 70% aller Unternehmen planen eine Senkung ihrer Preise für das Jahr 2010. Immerhin noch die Hälfte will vermehrt Rabatte und Boni an ihre Kunden verteilen.
Neben den aufgezeigten Investitionen im Marketing- und Vertriebsbereich darf jedoch nicht vernachlässigt werden, dass viele Unternehmen des deutschen Maschinenbaus weiterhin an der Kostenschraube drehen: Ein Großteil verringert die Sponsoring-Aktivitäten und die Investitionen in Printwerbung, kürzt das Marketing-Budget oder die Anzahl an Marketing-Mitarbeitern.
Die Ergebnisse des Maschinenbau-Monitors zeigen insgesamt, dass von einer langsamen Erholung der Situation in der deutschen Maschinenbaubranche gesprochen werden kann. Nach den massiven Umsatzeinbrüchen im letzten Jahr, wird für 2010 mit einer Stabilisierung des Marktes mit moderatem Wachstum gerechnet. Der Maschinenbau wird sich also auch in 2010 weiterhin auf niedrigem Niveau bewegen und es wird in vielen Bereichen vermutlich noch Jahre dauern, bis das Umsatzniveau vergangener Jahre wieder erreicht werden kann, so Studienleiter Tarik Harter. Insofern zeigen sich zwar erste Anzeichen für eine langsame Erholung der Branche. Einen Grund zur Euphorie gibt es jedoch nicht.
Für Rückfragen oder detaillierte Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung:
Rolf Kunold (Leiter CC IGM), Tel.: +49 89 2035 90, E-Mail: rolf.kunold@homburg-partner.com
Tarik Harter (Studienleiter), Tel.: +49 621 1582 211, E-Mail: tarik.harter@homburg-partner.com
Jan Henkel (Communications), Tel.: +49 621 1582 111, E-Mail: jan.henkel@homburg-partner.com
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